Okkultismus
Die Geschichte nicht wahrnehmbarer Qualitäten
Zwischen Wissenschaft und Esoterik
Das Wort "Okkult" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet verdeckt, geheim oder verborgen. Schon im Mittelalter benutzen die Menschen den Ausdruck, um Dinge zu beschreiben, welche zwar nachweislich vorhanden, mit unseren normalen Sinnen jedoch nicht wahrzunehmen sind. Darunter zählte beispielsweise der Magnetismus und die Astronomie. Damals bestand der Irrglaube, dass diese okkulten Qualitäten niemals Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen sein könnten. Heute ist es für uns selbstverständlich, dass wir den Einfluss von Naturkräften untersuchen, Magnetismus sichtbar machen können und wir die Zusammenhänge der Planeten unseres Sonnensystems täglich zu spüren bekommen. Davon wussten die Menschen im Mittelalter natürlich noch nichts.
Als die Wissenschaft voranschritt und damit begann, genau diese Phänomene zu untersuchen, wurde der Begriff "Okkult" nicht weiter verwendet. Schließlich standen die okkulten Qualitäten weiter in dem Ruf, sie seien nicht zu untersuchen, nachzuweisen oder zu erforschen.
Heinrich
Cornelius Agrippa von Nettesheim prägte
in seinem Werk "De
Occulta Philosophia"
dann die Begriff neu und setze ihn gleich mit Magie.
Die danach entstandene "Okkulte Wissenschaft" beschäftigte sich im 16. Jahrhundert vorzugsweise mit den Phänomenen Magnetismus und Elektrizität.
1880 schrieb Helena Petrovna Blavatsky ihr Buch "The Secret Doctrine" und führte die Theorien über die "Okkulte Wissenschaft" auf ihren Höhenpunkt.
Okkultismus als Substantiv und alleinstehend tauchte erstmals 1842 in einem franz. Wörterbuch auf. Der Begriff wurde als Teil der Esoterik definiert und hat seitdem diese Bedeutung beibehalten. Okkultismus ist somit die Bezeichnung für esoterische Erscheinungen, welche in einem naturwissenschaftlichen Kontext nicht zu erklären sind.
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Seinen Ursprung hat der Okkultismus in der Antike.
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Der "Vater" des Okkultismus im heutigen Sinne ist der Franzose Eliphas Lévi (1810-1875).
Antoine Faivre setzte dem Materialismus der Naturwissenschaft den Okkultismus entgegen und definierte ihn auf der Grundlage moderner Erkenntnisse später ebenfalls als Teil der Esoterik.
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Unter dem Deckmantel des Okkultismus treffen sich heute noch Menschen zu dunklen Messen, um angeblich okkulte Rituale durchzuführen. Okkult steht namentlich lediglich für "geheim" und kann nicht mit satanistischen Praktiken verglichen oder gleichgesetzt werden.Auch
die Nationalsozialisten missbrauchten den Okkultismus für ihr verzerrtes
Weltbild und ihre Gier nach Macht. Als Einführung in diese Thematik eignet sich
besonders gut das Buch von Renè
Freund "Braune
Magie?: Okkultismus, New Age und Nationalsozialismus".
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