„Der Spiritismus ist eine Wissenschaft, die sowohl die Natur, den Ursprung und das Schicksal der Geister, als auch ihre Beziehungen mit der körperlichen Welt erforscht". Allan Kardec
Die spiritistische Lehre ist laut Definition Allan Kardec die Vervollkommnung der christlichen Lehre.
Die Gesetze des Spiritismus sind christliche Werte, gegeben von der "geistigen Welt". Dabei sind folgende Grundsätze maßgeblich:
Aller Spiritismus ist kostenlos!
Die Gabe mit der geistigen Welt in unmittelbarem Kontakt zu stehen erfolgt nach folgenden Prinzipien:
Der Spiritismus unterliegt nicht menschlich geschaffenen Hierarchien. Es gibt keinen Priester, keinen Führer, keine Privilegierten. Die Gabe kann jedem Menschen zuteil werden, unabhängig seiner Herkunft, seiner Bildung o.ä.
Es gibt keine Rituale, keine Altare, keine Prozessionen, keine Sakramente, keine Kristalle, Horoskope, Karten, Kugeln oder jegliche andere Formen von eines Kultes.
Spiritismus drängt sich keinem Menschen auf. Er lässt sich prüfen und bis er eigenständig akzeptiert wird.
Der Spiritismus respektiert alle Meinungen, Lehren und Religionen und hat den Frieden unter den Prinzipien der Nächstenliebe zum Ziel und dies unabhängig von Herkunft, Glaube, Staatsangehörigkeit und Hautfarbe eines Menschen.
Auch entspricht es nicht den Tatsachen, dass die christlichen Thesen abgelehnt werden. Vielmehr werden die christlichen Werte in ihrer Gesamtheit thematisiert. Lediglich die von Menschenhand geschaffenen Dogmen stehen im Mittelpunkt der Kritik.
Die moralischen Werte, welche alle Menschen miteinander verbinden und zu einem friedlichen Miteinander führen, sind die Säulen der ursprünglichen christlichen Lehre und des Spiritismus.
Das höchste Gebot ist die Nächstenliebe.
Spiritismus nennt sich die "Geisterlehre" nach Allan Kardec. Bewusst
wählte er für seine Ausführungen nicht das ursprüngliche Wort
Spiritualismus. Da es bereits im Volksmund für verschiedene spirituelle
Ansätze benutzt worden, welche zwar zum Teil in
Übereinstimmung mit seiner Lehre stehen, jedoch mit Mehrdeutigkeit
belegt sind. Diese Mehrdeutigkeit wollte Allan Kardec umgehen, damit es
bei seinen Ausführungen nicht zu Missverständnissen kommen kann und
setzte aus diesem Grund den Begriff Spiritismus ein.
Auch andere Begriffe definierte Kardec erstmals neu und
eindeutig. So zum Beispiel die Unterscheidung der drei
Seelenbedeutungen. Damit jeder immer verstehen, wovon gerade die Rede
ist, unterteilte er in Lebensseele, die tierische und die intelligente
Seele.
Seine Bücher bestehen aus seinen Ausführungen, aus Ausführungen der Geister, mit welchen er in Kontakt stand und seinen diesbezüglichen Erläuterungen.
Die spiritistische Praxis ist also keineswegs auf den Kontakt mir Geistern durch Medien, Tischerücken oder mediales Schreiben beschränkt. Mit der heutigen westlichen Form der Esoterik ist der Spiritismus gar nicht mehr zu vereinbaren.
Die meisten Vorurteile gegenüber der spiritistischen Lehre lassen sich schon dadurch beseitigen, dass man den Ausführungen von Allan Kardec ein wenig Zeit widmet.
Der Spiritismus ist kein starres Glaubenssystem, sondern basiert auf der Vernunft und dem freien Willen eines Menschen.
Das Prinzip
Unser Leben auf Erden (auch anderen Planeten und Welten) ist
zu jeder Zeit ein Lernprozess und eine Art Prüfung. Erst durch diesen
Lernprozess wird der Geist eines Menschen rein, bis er letztlich keine
Prüfungen mehr zu bestehen und für immer in der Welt der Geister
verweilen darf. Die Geister befinden sich überall im Universum, sind
auch um uns Menschen herum. Nach unserem Tod wird unsere intelligente
Seele von unserem Erdenleben befreit und geht zurück in die geistige
Welt. Dort können wir dann verweilen, bis wir uns entschieden haben,
wie unsere nächste Prüfung aussehen wird. Dann werden wir
wiedergeboren. Nur, wenn der Wissensstand eines Geistes hoch genug ist,
er rein und Gott nah ist, werden ihm keine weiteren Prüfungen auferlegt.
Der Spiritismus verweist eindringlich auf moralische und sittliche Lebensweisen, welche der Schlüssel zur Erleuchtung und Reinigung unseres Geistes sind. Christliche Werte ohne Doppelmoral und dem kirchlichen Industriezweig, sind der Weg zu Gott und einem friedlichen und glücklichen Dasein in der Geisterwelt.
In seinem Werk Das
Evangelium im Lichte des Spiritismus erklärt
Allan Kardec die Maximen Christi in moralischer Hinsicht und im
Einklang mit dem Spiritismus. Biblische Texte werden erläutert und im
Lichte des Spiritismus erklärt. Das Hauptanliegen von Allan Kardec war,
das Evangelium für jedermann verständlich und für alle zugänglich zu
machen. Dies ist ihm durchaus gelungen, denn er beleuchtet auf äußerst
historische und kulturelle Weise die "alten Worte".
Fazit
Auch, wenn jemand nicht an die Existenz von Geistern, einem Leben nach dem Tod und an Spiritismus glaubt, sind die Werke Allan Kardecs Wegweiser für ein friedvolles Zusammenleben aller Menschen.
Wer sich mit dem Spiritismus näher beschäftigt, wird schnell bemerken, dass die spiritistische Lehre in keiner Weise etwas mit Sektenglauben oder ähnlichem zu tun hat. Es ist die ehrliche und aufrichtige Umsetzung des ältesten Buches der Welt, der Bibel. In dem Werk Das Buch der Geister werden grundsätzliche Fragen zu unserem Leben, dem Universum und Gott beantwortet. In einer Art Interviewstil spricht Kardec mit den Geistern, welche ihm die Zusammenhängen in der geistigen Welt erläutern.
Seine Bücher entstanden alle zu einer Zeit, in welcher die Welt in einer Art Euphorie bezüglich Geisterkontakte stand. Allan Kardec glaubte daran, dass dies der Beginn einer neuen Ära sein würde. Zweiflern und Kritiker hatte er eine Menge entgegnen. Aus damaliger Sicht durchaus gebildete, moderne und wissenschaftlich anzuerkennende Thesen, welche sich durch all seine Werke ziehen. Die Euphorie gegenüber der Geisterphänomene hat sich weltweit bekanntlich wieder gelegt. Die Wissenschaft hat sich abgewendet und auch unter den Gelehrten zog bald Einsicht ein. Die neue Ära begann also nicht zum damaligen Zeitpunkt, sondern erlebte bereits ihren Höhepunkt.
Die philosophischen und sittlichen Prinzipien und die Ablehnung des Materialismus hat hingegen seine Bedeutung für viele Menschen beibehalten. Es handelt sich nach wie vor um Werte, welche das Zusammenleben der Menschen bestimmen sollten.
